Schwarzer Skorpion - Clanforum

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 Betreff des Beitrags: Schwarzer Skorpion | Star Wars - The old republic | WIR...
BeitragVerfasst: Donnerstag 23. Dezember 2010, 13:50 
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Akte 47312 „Schwarzer Skorpion“
- VS - vertraulich -

Dossier zur o.g. Organisation in den Reihen der Republik.


Bild

47312.1
-Imagefile S.S.001.TETA.IMG MISSING-
descr.: Schwarzer Skorpion auf silberner Grundfläche, umgeben von nicht weiter deutbaren
schwarzen Anagrammen und weissen Kugeln / Monden / Planeten. Darunter ein Zeichen der Republik.

Herkunft: Unbekannt.
Alter: Zurückgehend bis zur Zeit erster Pergamentaufzeichnungen.


47312.2

Kontakte / Führungspersönlichkeiten / POC:
1. %&$ERROR%//(„““, Erbe des "K%&$§" aka "#*+##" //error
2. Rhawan Athsay-kel AKA „Rhaw“
3. Alexander Athsay-kel AKA “Vaughn”
4. |²{{³[]]]MISMATCH]][{][][|

47312.3
POI / POC:
%$§“&[][ {%$/%
&/ FAIL ( $§%² ³{&§/())MISMATCH )/%& $%Z N/A “$ §$ /&)(&³³{ ..
@@|²||{]

47312.4
-DATA MISSING-


47312.5
$§%&(/&….gab es nur noch…/&%$§())=@….entgegen der Richtlinien….eigene Regeln…..
sowohl Jedi als auch Schmuggler…@³³" Freigeister.....Händler....""""Söldner..."§$§&%
abtrünnige Jedi"$§%$§&%$Doppelagenten??{²²…..reguläre Truppen……Organisation nicht erkennbar
……Infiltration gescheitert. ~+starker Zusammenhalt..+#ä+ …..offensichtlich keine Verbindung
zu Sith….NalHutta….{³²³%&${..Symbol eines Schwarzen Skorpions……/&%§$“§%/ Anzahl nicht
feststellbar…jedoch über 50.....

47312.6
-DATA MISSING-



47312.7
Gefundenes Schriftstück:

Der Mann in Schwarz eilte durch die Trümmer, die kleine Tasche fest umschlossen, und Rhaw
folgte ihm. Die Ruine im fahlen Drillingsmondlicht war der Inbegriff allen Dunkels, schier endlos
erstreckte sich der verkrustete Pfad auf dem früher einmal Nendros und andere Händler
unterwegs gewesen sein mochten hinab zu den alten Landeplattformen. Ewig war niemand hier
gewesen. Die Welt war leer geworden in diesem Winkel. Kurz beschlich Rhaw ein Schwindelgefühl,
eine dieser flüchtigen Empfindungen bei denen die ganze Welt kurz zu schwinden scheint, als
blickte man durch trübes Glas während man das Gleichgewicht verliert. Das Gefühl verflog und er
suchte Schritt zu haltem mit dem Lautlosen, der vor ihm rastlos auf das Pod zuhastete.

Rhaw selbst hatte bereits viele Jahre des Skor durchlaufen, mochte vielleicht die sechste oder siebte
Stufe erreicht haben, und so nahm er mehr mit nüchternem Interesse denn mit Bewusstsein wahr,
wie sein Herz schlug, sein Atem zu rasseln begehrte und mancher Muskel brannte. Um seine Taille
trug er einen schmalen Gurt, bestehend aus geflochtenem Tuch und verdrehtem Leder daran einige
wenige Habseligkeiten sowie seine Waffe, die seinem Griff makellos angepasst war, austariert,
mit kleinen Tungstenplättchen besetzt, schmucklos und doch aussergewöhnlich. Sein Hemd, am
Hals offen und mit Kordel zusammengehalten, farblos, wie Sand oder Staub, zeugte mit leichten
Rändern vom Schweisse zurückliegender Anstrengung,

Irgendwie freute es ihn sogar ein wenig, leicht außer Atem zu sein. Es war nicht leicht gewesen,
aber gemeinsam hatten sie es geschafft.

„Da vorn!“ raunte der Mann in Schwarz, seinen Schritt nicht auch nur um ein Iota vermindernd.
In wenigen Resonanzpeaks würden sie endlich das Pod erreicht haben, das Signal senden, und hoffen,
dass es die 13 Parsecs schnell durchqueren würde. Dass dem Schmuggler etwas zugestoßen war,
daran glaubte Rhaw nicht mehr. Sein Gefühl sagte ihm, dass vorerst alle Schwierigkeiten überstanden
waren, er sie beide wie vereinbart abholen würde. Um sie herum war es nach wie vor leise, dunkel.
Es lag ein gewisser Trost in der Trostlosigkeit dieser alten Ruinen….



.......
UNEXPECTED END OF FILE


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 Betreff des Beitrags: Re: Schwarzer Skorpion | Star Wars - The old republic | WIR.
BeitragVerfasst: Donnerstag 23. Dezember 2010, 14:19 
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#0.1 Ein Fremder in der Fremde

Das unstete Klirren von Gläsern im Hintergrund störte ihn
ebenso wenig wie das andauernde Gerede all der Wesen und Kreaturen
um ihn herum. Im Gegenteil. Es war vielmehr ein beruhigender,
gleichförmiger Strom von Geräusch, ein Sprachbrei, gewürzt mit dem
Klappen einer Tür, dem Fall eines Tellers, dem quiekenden Auflachen
einer jungen Nashhaddar. Es war hier etwas laut, aber gemütlich. Vor
allem aber warm und trocken. Er lehnte sich etwas zurück, wobei das
Wildleder seiner hellen, sichtlich älteren Jacke etwas knarzte, und sein
Blick glitt beobachtend durch den halbdunklen Raum. Halbwegs satt
schob er den Teller etwas zurück, das Gemüse beinahe unberührt, vom
vogelähnlichen Tier noch etwa ein Drittel übrig, die abgenagten Knochen
beinahe kunstvoll kreuzweise übereinander gestapelt. Er aß nie auf.
Hunger hielt wach. Satt sein machte langsam. Langsamkeit war der Tod,
und Rhaw hatte noch nicht vor zu sterben, dafür lebte er zu gern.

Er trank sein Glas halbleer, stellte es in bequemem Abstand nahe an die
Tischkante und faltete die Hände locker ineinander, sodass sich nur die
Finger verschränkten. Die Stirn kurz in Falten gelegt angelte er den
zweiten Stuhl mit dem linken Fuß unter dem kleinen Tisch hervor. In
einer lässigen, gewandten Bewegung legte er schließlich beide Füße auf
den Stuhl, die Stiefel übereinander geschlagen. Er wirkte zufrieden,
fügte sich unauffällig in die Umgebung ein, niemand nahm wirklich Notiz
von dem in Sandfarben gekleideten Mann. Sein Äußeres wirkte schlicht.

Um seine Taille trug er einen schmalen, dunklen Gurt, bestehend aus
geflochtenem Tuch und verdrehtem Leder, daran einige wenige
Habseligkeiten sowie seine Waffe, die seinem Griff makellos angepasst
war. Austariert, mit kleinen Tungstenplättchen besetzt, schmucklos und
doch außergewöhnlich.

Sein Hemd, am Hals offen und mit Kordel zusammengehalten, farblos,
wie Sand oder Staub, zeugte mit leichten Rändern vom Schweiße
zurückliegender Anstrengung. Die tiefen, hellen Kratzer im Profil der
Stiefel hätte geübte Beobachter sehen lassen können, dass hier jemand
über die Felsen des Ostufers gekommen sein musste, doch hier stellte
man keine Fragen, solange man fürs Essen zahlte.


Er schnaubte kurz und pustete sich dabei eine Strähne aus der Stirn, den
Blick noch immer durch den Gastraum wandern lassend, als langweile er
sich. Mit Daumen und Mittelfinger der rechten Hand drehte er versonnen
den Siegelring am linken Ringfinger. Er tat das oft, ohne darüber
nachzudenken. Es war einer seiner Ticks, einer, der ihm in Verkleidung
beinahe schon einmal zum Verhängnis geworden wäre, aber das war eine
andere Geschichte.

Rhawan Athsay-Kel saß, betrachtete man die Schenke vom Eingang aus,
weit hinten links im Raum, in einer Ecke, nahe eines goldgelbverglasten
Fensters, dessen Struktur das Licht in feuer- und bernsteinfarbenen
Tönen in den Raum warf. Es war kaum heller als zur tiefen Stunde des
Sonnenuntergangs, auch wenn draussen die sengenden Mittagssonnen
unbarmherzig auf die Steinbauten brannten. Siebzehn Tische, 71 Stühle,
ohne jedes Muster im grob sechseckigen Raum verteilt, ein etwa 7
Doppelschritt langer Tresen, der sich in einer gestreckten Kurve an der
Südwand entlangzog mit einem achtstöckigen Flaschenregal aus
poliertem, schwarzem Gestein dahinter. Beinahe im Zentrum hatte man
dem Regal den steinernen Rücken genommen, um das Fenster
freizulassen, sodass das Licht der Mittagssonne durch ein Wirrwarr
farbiger Getränke leuchtete.


Vor vielen Jahren mochte dies mal eine sehr exklusive Bar gewesen sein,
aber der gekachelte Boden, die Tische, Stühle und auch der zerkratzte
Tresen hatten ihre besten Tage lange hinter sich. Fünf Fenster gab es,
die sechste Wandseite war der Eingang, der gen Norden ausgerichtet
war, und witziger weise waren die Fenster grob in Formen der alten
Pheneaten gehalten, passend zur Himmelsrichtung in die sie gerichtet
waren.

„Norden“ schoss es dem Braungebrannten durch den Kopf, und er
schmunzelte kurz. Er hatte eine Abneigung gegen Einfalt, neigte zu
bissigerem Humor, der seine jugendliche Frechheit zuweilen sehr nährte
– und seiner Ausbildung oft im Wege gestanden hatte. „Der hilflose
Versuch, auf einer Kugel oben und unten zu finden und darauf zu hoffen,
dass jeder Planet ein Magnetfeld hat“ dachte er weiter und bleckte kurz
die makellosen, weissen Zähne.


Die Tische waren aus einem organischen Material, vielleicht eine Art Holz
oder so etwas, mit einem massiven Fuß, sodass sie beinahe wirkten wie
übergroße Pilze, deren Kuppe einfach flach abgeschnitten wurden. Die
Stühle hingegen hatten vier Beine, waren allerdings von ungewöhnlicher
Bauform. Ihre Sitzfläche war 45° verdreht, sodass man die Ecke des
Vierecks zwischen den Schenkeln hatte. So seltsam es wirkte, so
praktisch erwies sich dies, da vom Gurt herabhängende Waffen so im
Sitzen nicht störten. Hier hatte jemand mitgedacht – entweder beim Bau
oder beim Kauf der Stühle für diese Canteena. Die Rückenlehne bestand
eigentlich nur aus einem seilumwickelten Rundbogen der beide
Armlehnen im hinter einem halbmondgleich verband.

So wie das Licht mittlerweile fiel wartete er bereits zwei gute Stunden
hier, trank den dritten milchigen, süß-sauer-scharfen Saft mit schwarzen
Körnern darin, den ihm die knapp bekleidete Bedienung empfohlen
hatte. Es schmeckte befremdlich, ein wenig wie Buttermilch mit Honig,
Chili und Mohn. Angeblich gut, wenn man wachbleiben wollte, und er
hatte die letzten drei Tage nicht gut geschlafen, wenig gegessen und
kaum Ruhe gehabt. Noch immer drehten die Finger den Siegelring aus
mattem Poitainsilber, dessen Zentrum ein Onyx barg, in welchen ein
Skorpion geschnitten war. Um den schwarzen Stein herum schloss sich
ein spiegelverkehrter Schriftkreis aus drei Worten fremder Zeichen,
lediglich das jeweils erste war bekannten Zeichen ähnlich. „A.....
L.....K.....“ war hier zu lesen, wurde das Siegel in weichen Untergrund
gedrückt.


Zwei Stunden. Manchem wäre dies eine Ewigkeit erschienen. Zeit. Zeit
war so relativ, so unbarmherzig, so ausdauernd, so unerbittlich. Geriet
man mit der Hand in eine Flamme, so erschienen einem Sekunden wie
Äonen. Saß man in guter Runde und sprach über die Vorzüge des neuen
„Aggressive ReConnaissance-170 Sternjäger“ dann mochte ein ganzer
Abend zu kurz sein. Auf diesen Tag hier wartete Rhaw seit Jahren, seit er
in den alten Ruinen mit seinem Bruder eben jene Tasche gefunden hatte.
Das Vermächtnis.



... to be continued...

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 Betreff des Beitrags: Re: Schwarzer Skorpion | Star Wars - The old republic | WIR.
BeitragVerfasst: Donnerstag 23. Dezember 2010, 14:21 
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# 0.2 Nicht der beste Morgen

Er hatte zwei Fehler gemacht. Erstens: Er hatte das
Fenster offengelassen. Besser, er hatte es mal wieder einfach nicht
zugemacht. Wieder hätte Pherson, einer seiner philosophischen Freunde,
wahrscheinlich eine ganze Abhandlung darüber schreiben mögen, was
passiert wäre, wenn er in seinem Zustand in der Nacht noch versucht
hätte, das Fenster zu schließen, aber darum ging es jetzt und hier nicht.

Es war einfach nur offen. Und das war falsch. Zweitens: Er hatte den
Wecker nicht ausgestellt. Mit der unbarmherzigen Präzision einer Sentry piepte der
viel zu fröhliche und viel zu tageshungrige Apparat vor sich hin, mit einer
geradezu höhnischen Anzeige einer viel zu frühen Weckzeit im Display.
Langsam wurde Alex wach. In seinem Kopf vereinte sich das
unterschwellige Brummen vorbeifliegender Shuttles mit dem manchmal
einfach nur nervigen Vogelgezwitscher der Pentakjungen in dem kleinen
Nest direkt vor dem Fenster im 18. Stock mit dem Takt des
Weckergepiepses. Untermalt vom Kratzen seines Dreitagesbartes auf
dem durchgeschwitzten Kissen, welches ihm lauter schien als die anderen
Geräusche zusammen, ergab sich ein Konzert, welches der Teufel in
dieser Stunde nicht grausiger dirigiert haben mochte.

„Scheiße“ entfuhr es ihm als er fahrig den nervigen Piepser vom Regal
fegte, doch der Wecker war zäh, und sang sein fröhliches Wecklied am
Boden in der Ecke weiter. „'s darf nich wahr sein....“ murrte er vor sich
hin und hielt sich mit Daumen und Mittelfinger eher rauher Hände kurz
die Schläfen, strich sich aus der Bewegung über die Augen und kniff sie
kurz fester zusammen. Er spürte wie eine Menge „Schlafsand“
Widerstand leistete und schmunzelte auf seine eigentümliche Weise.
Dann kam der Schmerz.

„Scheiße.“ Alex, Rufzeichen Vaughn, hatte getrunken. In seinem Fall hieß
das nicht, dass er einfach nur was trinken war, denn Alexander Athsay-
Kel trank selten etwas, dass nicht in irgendeiner Form alkoholisch war.
Das war eines seiner Probleme, aber meistens kein großes. Zumindest
dachte er das. Aber gestern hatte er getrunken, und nun war die Welt
einfach drei Dinge: Zu laut, zu hell und verdammt nochmal viel zu früh
dran. Schwerfällig drehte sich der etwa zwei Meter lange Mann auf den
Rücken und atmete durch, gefolgt von einem brachial lautem Rülpsen.
Angewidert verzog er das Gesicht, die Augen noch immer geschlossen,
als er seinen eigenen Atemschwall schmeckte. Es schmeckte nach Red
Cactus, nach Bier, nach Schwefel, nach zuviel Knoblauch und
Gebratenem.

„Scheiße....bah“. Alex wischte den Schlafsand aus den Fingern direkt am
nicht mehr ganz weißen Laken ab, fuhr sich mit den Händen durch die
etwas zu langen Haare und knüllte das Kissen im Nacken zusammen.
Langsam öffnete er die Augen. Der Wecker hatte beleidigt aufgegeben.
Ein kurzer Blick nach links. Sie war weg. Ein Glück. Soweit er sich
erinnern konnte, hatte sie recht gut ausgesehen aber einfach zu viel
geplappert. Egal. Er nahm sein Gesicht in die Hände und strich sich den
Schweiß durch den Bart zum Hals hinab. Es roch nach Alkohol, nach
Schweiß, nach seinem Rülpsen... und dann war da noch dieses süßliche
Aroma in der Luft, dass ihm klarmachte, dass er mit ihr nicht nur geredet
hatte.

Ein flüchtiges Grinsen gewann gegen den hämmernden Kopfschmerz. Ein
gutes Zeichen. Kopfschmerz. Man war kein Alkoholiker solange man noch
einen Kater bekam. Alles war in bester Ordnung. Und man war nicht
wirklich besoffen, solange man noch einen hoch bekam. Alles war in
bester Ordnung. Er war also nicht wirklich besoffen gewesen und hatte
einen Kater. Also war wirklich alles in bester Ordnung. Und wenn man
sich das nur oft genug eingeredet hatte, konnte man in diesem Glauben
auch eine Weile klarkommen, dass alles gut war. Bis auf das Fenster, die
Vogelviecher, das Licht und, naja, den Wecker. Er schlug die dünne,
etwas klamme Decke weit zurück und atmete erneut durch. Der
Geschmack der Luft war wirklich alles andere als ein Geschenk.
„Rauchen“ war der nächste Gedanke. Rauchen würde helfen. Rauchen
half fast immer. Irgendwem sicher. Vor allem ihm jetzt.

Wampogras zu rauchen war für Angehörige der Truppe verboten. Ebenso
wie stetes trinken. Ebenso wie zu lange Haare, Dreitagesbärte, zu lange
schlafen, in zu teuren Bars irgendwelche Frauen abzuschleppen.
Sicherlich einige Gründe, warum Vaughn kein regulärer Trooper mehr
war. Er war Freelancer, und bei Freelancern zählte nur Austeilen,
Einstecken und Quote. Also war...alles in bester Ordnung. Wie immer.
Fast immer.

Er fingerte die Schachtel aus dem Spalt zwischen Wand und Matratze
heraus. Sie hatte offensichtlich ziemlich gelitten letzte Nacht und sah
beinahe jämmerlich zerknüllt aus – und der letzte Stengel den er in
einem Stück herauszerren konnte erinnerte nur noch mühsam an das,
was sonst karamellfarben etwa 7cm lang und 6mm dick war. Es sah eher
aus wie eine Lakritzstange die zulange in der Sonne gelegen hatte, von
der Farbe abgesehen.

„Scheiße“ nuschelte er vor sich hin als er sich aufrichtete und das
krumme Ding in den Mundwinkel steckte. Einen kurzen Blick nach rechts,
einen Griff auf die Konsole, das elliptische, wie aus einem Guß wirkende
wolframfarbene Feuerzeug greifen, den Deckel mit dem Daumen
zurückklappen und ein kurzes Innehalten erledigte er in einem Atemzug.
Er betrachtete das eingravierte, matte Emblem auf der Vorderseite kurz
genauer, wie so oft. Es ähnelte drei Blättern, die ähnlich eines Dreizacks,
die Spitzen nach oben, einem Kelch ähnelnd angeordnet waren. „Hätt'
auch n Glas werden können“.

Mit diesen Worten gab er dem Mechanismus den Zündimpuls und
entfachte die verrammelte Kippe. Das Feuerzeug einfach achtlos nach
links werfend nahm er einen tiefen Zug, legte den Kopf zurück und
entspannte sich etwas. Der warme Rauch kroch tief in seinen Oberkörper
und gewann in Sekunden den Kampf gegen alle anderen Aromen. Mit
wohligem Schnauben atmete er kehlig aus, blickte dem Feuerzeug nach,
welches auf der linken Bettseite neben einem mittelgroßen Fleck zum
liegen gekommen war. Es würde nicht lange dauern, dann würde auch
der Kopfschmerz verschwinden. Rauchen half. Fast immer. Er blickte
genauer Richtung des Feuerzeugs und lächelte verschmitzt. Sie hatte es
wohl eilig gehabt und sich entschlossen ohne BH zu verschwinden. Egal.

Er würde in der gleichen Kiste landen wie all die anderen vergessenen
Dinge und Habseligkeiten. Vielleicht sah er sie wieder, dann würde er ihn
zurückgeben, wenn er dran dachte. Allerdings war so etwas bisher nicht
vorgekommen, Wiedersehen. Aber einfach wegwerfen, dafür war er nicht
Arschloch genug. Er aschte auf den Steinboden und nahm einen weiteren,
tiefen Zug, blickte dabei auf sein Comlink. 4 neue Nachrichten. Er würde
später lesen. Nach einer Dusche, zwei bis drei Red Cactus und einem
halben Dutzend Spiegeleier. Frühestens. Er drehte das Display des
ComLinks weg und drückte auf einen anderen Knopf an der Konsole, die
auch schon ihre besseren Tage gesehen hatte.

Nach kurzem Piepen erschien eine weitere Anzeige auf der er recht
zielstrebig ein paar Einträge anwählte bis schließlich Musik ertönte, die so
gar nicht zu dem muskulösen Rauhbein um die Dreißig zu passen schien.



Er schnippte den
Rest der Kippe in eine eigentlich leere Flasche Morrisons, in der bereits
einige andere Kippen in einer nicht genauer erfassbaren Flüssigkeit ihr
Restdasein fristeten. Sich noch ein letztes Mal durch die leicht gelockten,
gerade noch als Kurzhaarschnitt durchgehenden Haare fahrend, stand er
auf.

Nackt neben dem Bett stehend prüfte er den Inhalt einer noch halbvollen
Flasche Red Cactus mit der Nase, nahm einen Schluck, schnaubte und
streckte sich durch, dass Schultern, Rückenwirbel, Nackenwirbel und
beide Ellbogen wie auch die Knie ein aufeinanderfolgendes Knacken von
sich gaben, dass Alex mehr spürte als hörte. Immerhin war die Musik
angemessen laut. Wie immer. Fast immer. Die Kopfschmerzen waren
weg. Es war alles in bester Ordnung. Dass das Display des ComLink rot
leuchtete, ein Zeichen für eine Nachricht aus einem besonderen
Personenkreis, nahm er nicht wahr. Mit der Flasche Red Cactus in der
Hand, die Augen endlich vollends offen, schlenderte er Richtung der
Nasszelle.

Zwischen den Schultern hätte Sie, wäre sie noch dagewesen, seine
Tätowierung sehen können, bei der es sich umrankt von einem Rahmen
aus stilisierten Knochen um einen Schriftzug handelte, der nur drei Worte
beinhaltete:

Atme! Lebe! Kämpfe!

Er stand unter der Dusche und drehte das Heisswasser auf. Es war kalt.
„Scheiße.“


….. to be continued....

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 Betreff des Beitrags: Re: Schwarzer Skorpion | Star Wars - The old republic | WIR.
BeitragVerfasst: Donnerstag 23. Dezember 2010, 14:24 
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# 0.3 Sonnenaufgang im Dock 78

Vincent lungerte beinahe auffällig unauffällig an
der Ecke des Docks herum. Die Haare zerzaust, die Kleidung im
typischen Stil all derer, die morgens noch nicht genau wussten, was
genau es woher zum Abendessen geben würde, saß er auf einem Stapel
Kisten, an eine Wand gelehnt, und las eins der Bücher, dass Pherson im
geliehen hatte. Pherson hatte sie nicht alle, soviel war klar. Nicht, weil er
sich traute, in einem republikkontrollierten Destrikt mit Waffen zu
handeln, das taten viele. Auch wenn diese Waffen teilweise illegal und ab
und an mit seltsamen Geschäften in Verbindung gebracht worden waren,
machte das aus Vincents Sicht keinen Irrsinn aus. Nein, Pherson, der
hörte einfach den Schuss nicht mehr.


Der Strohblonde Kerl musste unwillkürlich lachen. Ein Waffenhändler der
den Schuss nicht mehr hörte. Ein herrlich dämliches Wortspiel. Beinahe
so gut wie Alexanders Spruch über schlafende Wachen vor ein paar
Tagen, aber das war auch eine ganz andere Geschichte. Er klappte das
Buch beinahe gänzlich wieder zu, behielt aber einen Finger zwischen den
Seiten und blickte sich kurz um. Als scheinbar nichts sein Interesse
erweckte, und auch sonst niemand weiter von dem scheinbaren
Tagelöhner Notiz nahm, blickte er wieder auf den Einband des Buches. In
geschwungenen, für Vincents Geschmack viel zu übertrieben
geschwungenen, Buchstaben prangte ein hellgelber Titel auf einem
braunen bis purpurfarbenem Einband: 'Die Weisheit der Ghazwans'.


Er interessierte sich für Literatur, auch wenn das nicht zu seinem Beruf,
nennen wir es mal Beruf, passte. Von Haus aus nannte er sich selbst gern
Dienstleister. Er leistete Dienste. Nicht solcher Art wie im Viertel mit der
gedimmten Beleuchtung, das wäre nicht seine Art gewesen, aber sonst
sorgte er dafür, dass Dinge verschwanden, auftauchten, geliefert
wurden oder eben nicht geliefert wurden. Ab und an waren diese Dinge
auch mal Personen, aber das war ungleich seltener, schwieriger und
teurer. Seltener fand man in diesem Metier jemanden, der mehr als
Ladelisten und Dokumente lesen wollte, und Vincent Sunrise war so
jemand. Er liebte Diskussionen, er stand förmlich darauf, jemanden
verbal in den Wahnsinn zu treiben, zu provozieren, Worte im Munde
umzudrehen und vor allem lange Dialoge mit Zitaten anzureichern und
mit Wortspielen zu würzen. Er hatte einmal gelesen, dass die Feder
mächtiger sei als ein Schwert, und dass die Feder der Zunge folgte - und
eine lockere, scharfe Zunge, das war seine hervorstechendste
Eigenschaft, dicht gefolgt von einem ausgeborenen Schalk im Nacken und
der Eigenschaft, immer dort aufzutauchen, wo Ärger und Profit am
größten waren.


Mit leichtem Kopfschütteln schlug er den Beginn des zweiten Kapitels
wieder auf:

Wie oft haben Sie sich schon gefragt, ob die Dinge wirklich so passieren, wie Sie sie sehen ?
Wie oft haben Sie sich schon gefragt, ob sich Dinge, über die Sie gelesen
haben, von denen man Ihnen erzählt, sich wirklich so zugetragen haben ?
Oft ? Ich denke ein jeder stellt sich diese Frage mehrmals in seinem
Leben – wir alle sind begierig auf Informationen, suchen Antworten.
Fiktion ist einer der unterhaltsamen Wege, mittels Phantasie Antworten
auf Fragen zu finden, Alternativen zu durchdenken.

Was wäre, wenn die Welt, so wie wir sie erleben nichts weiter wäre als
eine politische Inszenierung, uns unter Kontrolle und in Unwissenheit über
das tatsächlich Passierende zu lassen ?

Was, wenn in dieser Sekunde, in der Sie dies hier lesen, nicht einfach nur
jemand überfallen, jemand umgebracht wird, jemand verhungert oder
eine junge Frau in einem dunklen Park mehrfach vergewaltigt wird ?

Was wäre wenn ?

Was ist Realität ? Real ist für uns nichts weiter als eine Anhäufung von
Wissen, welches von einer Masse als existent geglaubt wird und einem
gewissen logischen Grundmodells unseres eigenen Verstandes entspricht,
greifbar zu sein scheint. Religion basiert rein auf Glaube, Wissenschaft
auf Dingen, die für uns als „Fakten“ glaubhaft scheinen.


Glauben Sie ?

Vielleicht sind Sie jemand, der nur glaubt was er sieht, doch was wenn
Sie einen Magier auf einer Bühne sehen, wie er eine junge Frau zersägt.
Sie glauben es nicht – und doch haben Sie es gesehen.

Vielleicht sind Sie jemand, der nur an Dinge glaubt, die er greifen kann,
doch die Existenz von Anti-Materie ist bereits nachgewiesen worden – sie
aber werden sie nie greifen können.



Vincent legte die Stirn in Falten und klappte das Buch wieder zu. Pherson
hatte einen Schuss. „Verdammt gutes Buch“ hatte der Waffenhändler
gesagt. „Solltest du mal lesen“ hatte er gesagt. „Kannst du noch was
lernen“ hatte er gesagt. Wieder ein kurzes, verschmitztes Lachen und
eine wegwerfende Handbewegung. „Yep. Lernen dass es Leute gibt, die
einem ohne dass man sie kennt schon seltsam werden lassen...“. Vincent
steckte sich ein kleines Hölzchen in den linken Mundwinkel und blickte in
die Ladegasse der Cargobay des Docks. Nichts. Manchmal schlich jemand
zu langsam umher um sich auszukennen. Neulinge waren meist
brauchbar oder auf Hilfe angewiesen. An anderen Tagen floh jemand
schonmal vor den Troopern – und meist hatte auch so jemand was in den
Taschen, das er gegen etwas Hilfe abzugeben bereit war. Er lehnte sich
wieder zurück und kaute auf dem Hölzchen herum, die markanten,
spitzbübischen Gesichtszüge von einem selbstsicheren, beinahe
arroganten, süffisanten Grinsen umspielt. Vincent streckte die Beine aus
und blickte auf die Uhr an der Cargobay 78, einem Ort der denen, die es
wissen musste, durchaus mehr sagte als nur „Ladung“ und
„Achtundsiebzig“.

Der Trinker würde sich nicht vor Mittag hier blicken lassen, aber vielleicht
ergab sich vorher ja doch noch was. Immerhin hatte er die Dokumente
aus dem medizinischen Archiv besorgt und auch dieses Gutachten
erstellen lassen, und ein paar der Bilder, die die Datenbank so hergab,
hatte Vincent sich, natürlich rein sicherheitshalber, gleich einmal kopiert.
Für Gesichter hatte er ein Auge. Für Geschäfte auch.

Er legte die Füße, in leichten, augenscheinlich sehr teuren Stiefeln,
übereinander und das Buch zur Seite. Ab und an hatte er einfach dieses
Gefühl, dass etwas passieren würde, und es betrog ihn weitaus seltener
als seine letzte Freundin es getan hatte – oder er sie betrogen hatte, was
aber niemanden kümmerte. Heute früh war dieses Gefühl wieder da
gewesen, und das lag sicher nicht am schlechten Frühstück bei Phersons.
Beiläufig senkte er die Hände vor das Schloss seines Gürtels, einer
bronzefarbenen Keramikscheibe mit einem stilisierten Pseudoarachniden,
einem Jagdskorpion, einem Heterometrus laoticus, gemein auch einfach
Schwarzer Skorpion genannt. Der Gürtel selbst, aus geprägtem Leder,
etwa handbreit, hing locker, etwas tief, um die Hüfte des Blonden und
barg einen Blaster, der offensichtlich so modifiziert war dass das
Basismodell nur noch erahnt werden konnte.


...to be continued....

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